ZVEI-MINT-Umfrage 2020: Nachwuchsarbeit trotz Corona-Krise von großer Bedeutung

„Die Unternehmen der Elektroindustrie benötigen immer länger, um Neubesetzungen von Stellen vornehmen zu können“, stellt Dr. Gunther Kegel, ZVEI Vize-Präsident, fest. Er bezieht sich dabei auf die aktuelle MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik)-Umfrage, die der ZVEI in seiner Mitgliedschaft durchgeführt hat. Danach geben 60 Prozent Unternehmen an, dass die Neubesetzung von Stellen mit Akademikern aus dem MINT-Bereich länger als sechs Monate dauert. Nur bei drei Prozent dauert der Neubesetzungsprozess weniger als drei Monate. Bei der zurückliegenden Umfrage aus dem Jahr 2018 war das Verhältnis noch genau umgekehrt. Auch bei beruflich qualifizierten MINT-Kräften hat sich der Neubesetzungsprozess deutlich verlangsamt. Kegel: „Weder die aktuelle Corona-Pandemie noch konjunkturelle Abschwung-Phasen dürfen uns davon abhalten, beim Nachwuchs weiterhin für MINT-Qualifikationen zu werben und Begeisterung für Technologie zu entfachen. Anderenfalls droht perspektivisch eine Verschärfung des Fachkräftemangels.“

90 Prozent der Unternehmen betreiben bereits Kooperationen mit Schulen und Hochschulen, um den Nachwuchs frühzeitig an MINT-Berufe heranzuführen. Jeweils über 80 Prozent planen mehr MINT-Auszubildende und duale MINT-Studierende gewinnen zu wollen. „Auf die Elektroindustrie kommt es bei den großen Zukunftsherausforderungen wie Energie- und Mobilitätswende, Digitalisierung, 5G oder Industrie 4.0 in besonderer Weise an. Jungen Menschen, die Lust haben, die Zukunft ein stückweit mitzugestalten, steht in der Elektroindustrie ein weites Betätigungsfeld offen“, so Kegel weiter.

Neues Fachkräftezuwanderungsgesetz in der Praxis nicht angenommen

Für mehr als 90 Prozent der deutschen Elektrofirmen ist es zurzeit eher schwierig, ihren Bedarf an MINT-Beschäftigten über den deutschen Arbeitsmarkt zu decken. Dennoch wird das Fachkräftezuwanderungsgesetz, das die Anwerbung von MINT-Fachkräften aus Drittstaaten erleichtern soll, nicht angenommen. Über 90 Prozent der befragten Unternehmen nutzen diesen Weg nicht oder planen es nicht. Anders als noch bei der Umfrage aus dem Jahr 2018 werben die Firmen um MINT-Kräfte nicht mehr weltweit, sondern mittlerweile überwiegend in der EU.

Quelle: ZVEI (Juni 2020)

Auswertung ZVEI-MINT-Umfrage 2020

Corona treibt die Automatisierung an – Jetzt schlägt die Stunde der Roboter

Inga Barthels / Tagesspiegel vom 7. Juni 2020

Die Pandemie hat gezeigt, wie verletzlich Lieferketten sind. Wenn künftig mehr Unternehmen lokal produzieren, wird Robotik eine wichtige Rolle spielen.

Das Coronavirus hat die Welt schon jetzt enorm verändert. Es hat die Verletzlichkeit von Menschen gezeigt, die sich lange als über die Natur erhabene Gesellschaften begriffen haben, und die Verletzlichkeit einer Wirtschaft, die von internationalen Lieferketten abhängig ist. Läutet die Krise jetzt möglicherweise das Ende der Globalisierung ein?

Dalia Marin ist davon überzeugt. Die Professorin für Internationale Wirtschaft der TU München schätzt, dass die durch die Pandemie gestiegene Unsicherheit die Lieferketten um 35 Prozent einbrechen lassen werden. „Die Pandemie ändert das Kalkül der Firmen“, sagt Marin. Wegen schwer kalkulierbarer Risiken lohne sich trotz Kostenvorteil das Geschäftsmodell von Lieferketten nicht mehr.

Für Marin bedeutet die Coronakrise das Ende des „Hyperglobalisierungszeitalters“, in dem der Welthandel wegen explodierender Lieferketten stärker gewachsen sei als das Weltinlandsprodukt. Statt Effizienz sei nach der Pandemie besonders Resilienz gefragt.

Höher automatisiert sind nur Südkorea und Singapur

Doch wie kann ein Hochlohnland wie Deutschland mit der Konkurrenz mithalten, wenn Unternehmen wieder verstärkt lokal produzieren? Hier schlägt die Stunde der Robotik. Schon jetzt gehört Deutschland zu den Ländern, die ihre Produktion am stärksten automatisiert haben. Nach Zahlen der International Federation of Robotics (IFR) kommen in Deutschland 388 industrielle Roboter auf 10 000 Arbeitskräfte. Mehr gibt es nur in Singapur und Südkorea, der internationale Schnitt liegt bei 99.

„In einigen Branchen ist Deutschland sehr weit, in anderen setzt man bisher darauf, aus dem Ausland zu importieren“, sagt Susanne Bieller, Generalsekretärin der IFR. Gerade in der Elektroindustrie sei in Deutschland teilweise gar nicht mehr das Know-how vorhanden, um hier zu produzieren. „Da Prozessschritte wieder zurückzuholen wird schwierig.“

Vorreiter in Sachen Automatisierung ist die Automobilindustrie, in der 59 Prozent aller in Deutschland installierten Roboter eingesetzt werden. Es folgt die metallverarbeitende Industrie mit 14 Prozent und die Kunststoff- und Chemieindustrie mit acht Prozent.

Durch die Krise haben sich unterschiedliche Effekte beobachten lassen, sagt Bieller. Wegen Fertigungsstopps in China hätte beispielsweise die Automobilindustrie ihre Produktion stoppen müssen. Aufgrund von Abstandsregeln könnten außerdem nicht mehr so viele Arbeiter wie zuvor in Fabriken arbeiten.

„Es hat sich gezeigt, dass Fabriken, die zum Teil automatisiert sind, da einen Vorteil hatten“, sagt Bieller. Beide Effekte würden dazu führen, dass auch Unternehmen, die der Automatisierung bisher skeptisch gegenüberstanden, sich jetzt damit auseinandersetzen würden.

Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit werden wichtiger

Zu den Unternehmen, die schon jetzt auf automatisierte Produktion vor Ort setzen, gehört Arburg. Das mittelständische Unternehmen produziert Maschinen für Kunststoffverarbeitung und beschäftigt weltweit 3200 Mitarbeiter. Zentraler Produktionsstandort des Unternehmens ist das Stammwerk im Schwarzwälder Kurort Loßburg.

„Ein strategisches Ziel von Arburg ist die Beibehaltung der finanziellen und politischen Unabhängigkeit der Unternehmensgruppe“, sagt Guido Frohnhaus, Geschäftsführer für Technik bei Arburg. Das gelte insbesondere für die Bereiche Technologie und Lieferketten.

Wo anderorts die Produktion stillstand, verzeichnete Arburg innerhalb der eigenen Lieferketten keine negativen Auswirkungen der Coronavirus-Situation. „Wir waren und sind uneingeschränkt lieferfähig“, sagt Frohnhaus. Das Unternehmen hat nun auch begonnen, Atemmasken und Schutzbrillen zu produzieren, und fühlt sich in seiner Strategie bestätigt.

Frohnhaus glaubt, dass auch andere Unternehmen folgen werden. Mehr Chancen und Handlungsoptionen als in der Großindustrie sieht er dabei im Mittelstand, der eher langfristig und auf Nachhaltigkeit ausgelegt sei.

„Ein Digitalisierungsbeschleuniger unglaublicher Art“

Erlebt die Robotikbranche also gerade einen Boom? Susanne Bieller ist vorsichtig. Erst einmal habe es, wie in anderen Branchen auch, einen Nachfrageeinbruch gegeben. Sie rechne aber damit, dass das Geschäft langsam wieder anziehe und dass dann auch neue Aufträge kommen.

Ihr pflichtet Patrick Schwarzkopf bei, Geschäftsführer im Bereich Robotik und Automation des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagebau (VDMA).„Auch die Robotik kann sich vom konjunkturellen Abschwung nicht entkoppeln“, sagt Schwarzkopf.

Die Nachfrage nach Robotern in einzelnen Bereichen steige zwar gerade enorm, könne aber die Ausfälle etwa in der Automobilproduktion nicht aufwiegen. Schwarzkopf blickt trotzdem optimistisch in die Zukunft. „Die Krise war ein Digitalisierungsbeschleuniger unglaublicher Art.“

Auch im industriellen Bereich würden digitale Techniken, durch die sich beispielsweise Maschinen virtuell in Betrieb nehmen lassen können, jetzt mehr akzeptiert. „Das wird nach der Krise nicht zurückgehen“, ist sich Schwarzkopf sicher.

Darauf hofft auch Thomas Staufenbiel, der 2016 gemeinsam mit zwei Kollegen die Berliner Firma Gestalt Robotics gründete. Der Dienstleister für Industrieautomatisierung entwickelt gemeinsam mit Firmen Strategien für eine intelligente Automatisierung. Unter anderem eine Roboterzelle für das Gillette-Werk in Berlin, die Klingen selbstständig aus einem Automaten nehmen kann.

Was heißt die Automatisierung für die Arbeitskräfte?

Auch Gestalt Robotics sei von der Krise nicht verschont geblieben, sagt Staufenbiel beim Gespräch in den Kreuzberger Büroräumen des Unternehmens. Er rechnet damit, dass Investitionen in den nächsten Monaten erst einmal zurückgehalten werden. „Zuerst wird immer im Innovationsbereich gespart.“

Langfristig gesehen, hält auch er die Automatisierung für unabdingbar, wenn Produktion zurück nach Deutschland geholt werden soll. „Unternehmen, die ihre Produktion sowieso im Inland aufbauen wollten, werden jetzt noch einmal darin bestärkt“, sagt Staufenbiel. Das sei auch schon bei Gestalt Robotics zu bemerken.

Die Branche ist also guter Dinge. Doch was heißt eine verstärkte Automatisierung der Produktion für die Arbeitskräftein den deutschen Fabriken? „Es ist wichtig, dass es bei Automatisierungen nicht zu Entlassungen kommt“, sagt Moritz Niehaus, Politischer Sekretär der IG Metall für den Bereich Digitalisierung der Industriearbeit.

Durch den seit den 80er Jahren ungebrochenen Trend hin zur Robotik seien schon viele Arbeitsplätze automatisiert worden. Das betreffe nicht nur einfach Qualifizierte, sondern auch Facharbeitende. Einige Tätigkeiten, wie etwa das Schweißen, würden heute kaum noch von Menschen durchgeführt.

Susanne Bieller von der IFR betont, dass Arbeitsplätze durch den Einsatz von Robotik nicht verloren gingen, sondern lediglich verschoben würden. „Die Unternehmen, die in Robotik investieren, werden wettbewerbsfähiger und können ihr Geschäft weiter ausbauen“, sagt Bieller. Dadurch entstünden neue Jobs in den Bereichen Service, Marketing und Verkauf.

Eine 2017 veröffentlichte Studie zum Thema zeigte, dass der Einsatz von Robotern in Deutschland zu nahezu 23 Prozent zum  Beschäftigungsrückgang im verarbeitenden Gewerbe beigetragen hat. Dieser Rückgang ist aber durch zusätzliche Jobs im Dienstleistungssektor mehr als kompensiert worden.

Auch eine Chance, Arbeitsbedingungen zu verbessern

Niehaus sieht derartige Berechnungen skeptisch. „Das sind makroökonomische Effekte“, sagt er. „Die helfen nicht unmittelbar den Beschäftigten, die ihrenArbeitsplatz verloren haben.“ Die IG Metall setze sich deshalb dafür ein, dass Beschäftigte umqualifiziert werden. „Das muss oft von Gewerkschaften und Betriebsräten getrieben werden“, sagt Niehaus.

Gleichzeitig bietet die Robotik aber auch eine Chance, repetitive oder körperlich sehr schwere Arbeit zu ersetzen und Arbeitsbedingungen so zu verbessern. Durch mehr Produktion in Deutschland könnten außerdem mehr Arbeitsplätze geschaffen werden, die bisher ausgelagert sind. Und das auch, wenn Produktionsprozesse zum Teil automatisiert sind.

Dieses Potenzial für mehr und bessere Arbeit sieht auch der Gewerkschaftler Niehaus. „Nicht die Technik an sich ist gut oder schlecht“, sagt er. „Entscheidend ist, wie sie eingesetzt wird.“

Corona-Krise: Tipps für Absolventinnen und Absolventen der Elektro- und Informationstechnik

Nicht nur der Hochschulbetrieb wird derzeit auf eine harte Probe gestellt, auch in der Wirtschaft ist wegen der Corona-Krise in vielen Bereichen die Situation sehr schwierig. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden ins Homeoffice geschickt oder gehen in Kurzarbeit. Unternehmen haben Einstellungsprozesse zeitweilig gestoppt und lassen keine Unternehmensfremden in den Betrieb. Keiner weiß, wann genau sich an dieser Situation wieder etwas ändern wird und der Arbeitsmarkt wieder normal funktioniert. Gerade Absolventinnen und Absolventen trifft das augenblicklich sehr hart. Deshalb stellt sich die Frage: Was könnt Ihr jetzt am besten tun?

Alle, die nicht in der komfortablen Lage sind, bereits einen Arbeitsvertrag in der Tasche zu haben, sollten überlegen ihr Studium zu verlängern (Master), in einem Projekt als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule oder in einem Forschungsinstitut einzusteigen oder eine Promotion anzustreben, wenn sich dazu die Gelegenheit bietet. Das war möglicherweise nicht Euer Plan, aber mit dem Studienabschluss bieten sich eigentlich immer mehrere Optionen, die sich vielleicht am Ende als gar nicht so schlecht herausstellen.

Wer das nicht möchte und hinsichtlich Dauer und Schwere der Krise optimistischer ist, für die oder den käme als kurzfristige Überbrückung eine Weiterbildung infrage. Ihr könntet beispielsweise erworbene Fach- und Methodenkompetenzen um Bereiche erweitern, die in Unternehmen sowieso auf Euch zukommen werden, aber im Studium wegen der wichtigeren Fachkenntnisse zu kurz gekommen sind. Das können Themen wie Teamorganisation, Team- oder Projektmanagement, Ablaufprozesse in und Organisation von Unternehmen und oder agile Entwicklungsprozesse und -methoden sein. Für alle, die ein hardwareorientiertes Thema in ihrer Abschlussarbeit hatten, kann eine zusätzliche Software-Schulung sinnvoll sein, gerade mit Blick auf KI oder Big Data. Vielleicht gibt es an Eurer Hochschule entsprechende Weiterbildungsangebote sogar mit Zertifikat, was als Beleg für Eure Anstrengungen sehr wichtig wäre.

Krisen verschonen leider auch Ingenieurinnen und Ingenieure nicht, wobei es uns in der Regel etwas besser als den anderen Berufsgruppen geht. Das hängt damit zusammen, dass man sich gerade von unserer Arbeit auch Wege aus der Krise verspricht. Insofern sind Mut, Geduld, Fantasie und Zuversicht gefragt.

Quelle: https://www.vde.com/resource/blob/1963400/d1a7705b442e0372c5a8a0dba74fdbe6/empfehlung-an-aktuelle-absolventen—download-data.pdf

Warum schaffen so viele das E-Technik-Studium nicht?

Nirgends sind die Berufsaussichten besser, und doch brechen vor allem an den Fachhochschulen bis zu 70 Prozent der E-Technik-Studenten wieder ab, schätzt der VDE-Ausschuss »Studium, Beruf und Gesellschaft«. Die aktuelle Situation sei gefährlich, warnt er und fordert Maßnahmen.

Thomas Hegger ist Personalberater, Elektroingenieur und im VDE aktiv im Ausschuss »Studium, Beruf und Gesellschaft«. Aktuell treiben ihn und seine Kollegen um Elektrotechnik-Professor Dr.-Ing. Michael Berger von der FH Westküste die Frage um, warum so viele Studierende der Ingenieurwissenschaften ihr Studium abbrechen. Und was man dagegen tun kann. Denn die Abbruchquoten liegen im Schnitt nach VDE-eigenen Berechnungen bei fast 60 Prozent, stellenweise sogar bei bis zu 70 Prozent. An den Fachhochschulen brechen dabei mehr Studierende ab als an den Universitäten.

Woher stammen die Zahlen? Hochschulen kommunizieren nicht gerne über Abbruchquoten, was nachvollziehbar ist. Bleiben die Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die aber zwischen Uni und FH nicht unterscheiden. Die Abbruchquote an den Universitäten sei aber seit Jahrzehnten konstant bei rund 45 Prozent, sagt Ausschuss-Mitglied Dr. Michael Schanz vom VDE, der ausgewählte Unis über Jahre dazu befragt. Und daraus errechnet hat, dass die Abbruchquote an den Fachhochschulen sogar noch angestiegen ist, auf zuletzt annähernd 70 Prozent. Der Schwund geschieht schleichend, die Studierenden bleiben zum Teil einfach fern, melden sich nicht zum nächsten Semester zurück.

Aber warum? Darüber lässt sich nur spekulieren. Prof. Michael Berger: »Es gibt jede Menge Untersuchungen zum Thema Abbruchgründe – aber ein entscheidender Abbruchgrund lässt sich nicht ausmachen.«

Eine Vermutung der Berufsexperten des VDE: Es mangelt zu oft an den anspruchsvollen Grundlagen, z.B. in Mathe. Auch wenn die Hochschulen sich mit Mathematik-Vorbereitungskursen und Studienberatung ins Zeug legen, zweifeln Thomas Hegger und seine Kollegen im VDE-Ausschuss, ob das reicht: »Sprechen…

Fortsetzung unter dem nachfolgendem Link aus der Markt&Technik Onlineausgabe vom 21. November 2019

Fortsetzung unter diesem Link in der Markt&Technik Onlineausgabe vom 21. November 2019

Elektroingenieure verdrängen ­Informatiker wieder

Wie wird sich die Arbeit von Elektroingenieuren künftig verändern und wie zukunftssicher ist der Beruf? Wir fragten nach bei Personalberater Thomas Hegger, Leiter des VDE-Ausschuss Beruf, Gesellschaft und Technik.

 

Herr Hegger, Anfang Juni hatte der Spiegel eine längere Geschichte im Heft, wonach der Mythos des deutschen Ingenieurs in Gefahr sei: Abgas-Skandale, BER-Dilemma, schleppende Digitalisierung. Kritiker sagen, das Verständnis fürs Digitale und das Denken in digitalen Geschäftsmodellen – Stichworte KI, Blockchain – spiele keine große Rolle im Curriculum von Ingenieuren. Ist da was dran? Und: betrifft das auch die Elektronik und Elektrotechnik?
Thomas Hegger: Mein Eindruck war, dass der Spiegel-Artikel eher auf den Maschinenbau-Ingenieur fokussiert hatte. Und dieser hat im Curriculum im Gegensatz zu Elektronik und Informationstechnik kaum Berührungspunkte zur Digitaltechnik, die wiederum mit zu den Grundlagen in der Elektrotechnik gehört. Es ist richtig, dass das Denken in Geschäftsmodellen nicht Bestandteil der Ingenieur-Studiengänge ist, auch nicht der Elektrotechnik. Das Ziel der Hochschulausbildung ist das Beherrschen der in unserem Falle elektrotechnischen Grundlagen und der Methoden, sich zügig und systematisch in neue Themengebiete einzuarbeiten. Wozu auch digitale Geschäftsmodelle gehören können. Gerade diese Fähigkeit, sich systematisch in neue Gebiete auf einem wissenschaftlichen Niveau einzuarbeiten, wird von Unternehmen an der deutschen Ingenieurausbildung geschätzt.

Laut Bitkom kommt kein Beruf mehr ohne Digitalkompetenz aus. Wie wird sich Ingenieursarbeit durch Digitalisierung verändern? Wie werden Ingenieure in zehn Jahren arbeiten?
Es wird fast kein Berufsbild geben, welches sich nicht durch die Digitalisierung verändert. Die Ingenieursarbeit ist sehr vielfältig und hat immer schon einem Wandel unterlegen. Die Elektroingenieure sind neben den Informatikern die Gestalter und Treiber der Digitalisierung. Die Berufsbilder der Ingenieure werden sich ändern; wie diese sich ändern werden, ist schwer vorhersehbar. Ich bin aber sicher: Aufgrund der breiten Hochschulausbildung haben und werden sich die Elektroingenieure auf die zukünftigen Bedingungen am Arbeitsmarkt einzustellen wissen.

Sind die Lehrpläne in E-Technik also auf der Höhe der Zeit?
Die Frage wird zyklisch immer wieder gestellt. Wichtig aus Sicht des VDE ist die breite Grundlagenausbildung in der Elektrotechnik und Vermittlung des Methodenwissens; hier müssen die Lehrpläne auf der Höhe der Zeit sein.

Die Frage an Sie als Personalberater gestellt: Entsprechen die Kenntnisse der Kandidaten der Nachfrage am Arbeitsmarkt?
Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Die Besetzungen scheitern weniger an den fachlichen Kenntnissen, sondern daran, dass wir seit Jahren zu wenig Elektroingenieure ausbilden, die Wechselbereitschaft in den letzten Jahren abgenommen hat, die Mobilität abgenommen hat. Heute winken Kandidaten ja schon ab, wenn der potenzielle Arbeitgeber nicht auf der gewünschten U-Bahn-Linie liegt. So sind Unternehmen heute teilweise schon glücklich, wenn Kandidaten und Bewerber zu 70 Prozent mit dem Anforderungsprofil übereinstimmen. Was ihnen aber noch viel wichtiger ist, ist die Persönlichkeit der Kandidaten. Denn fachliche Defizite kann man durch Schulungen und Weiterbildungen ausgleichen, das gilt sowohl in der Entwicklung als auch im Vertrieb.
Mein Eindruck geht etwas in die Richtung, dass die Unternehmen noch genauer auf die Persönlichkeit bei Einstellungen hinschauen, um das Risiko einer Fehlbesetzung zu minimieren. Denn wenn sich herausstellt, dass der neue Mitarbeiter – unabhängig von seiner fachlichen Kompetenz – nicht ins Team hineinpasst, muss wieder gesucht werden. Und das in einem zunehmend schwieriger werdenden Umfeld für die Arbeitgeber, was wiederum mit Aufwand, Zeit und Kosten verbunden ist.

Kollidiert deutsche Ingenieurskultur mit amerikanisch geprägter IT-Entwicklung, die uns Schlagworte wie Beta-Versionen, Scrum und Design-Thinking gebracht hat?
Aus meiner Sicht nicht, die Ingenieurausbildung ist weltweit sehr geschätzt, auch in den USA. Elektroingenieure setzen agile Entwicklungsmethoden sehr erfolgreich ein; wir machen uns zu oft kleiner, als wir sind, das gilt auch für den deutschen Mittelstand und unsere Hidden Champions. Die Ingenieurskultur in den USA besteht nicht nur aus dem Silicon Valley, wo viele deutsche (Elektro-)Ingenieure arbeiten, auf das alle schauen, das aber nicht repräsentativ für die USA ist.

Künstliche Intelligenz, Plattform-Ökonomie, autonomes Fahren, Digitalisierung: Werden Informatiker statt Ingenieure künftig den Arbeitsmarkt dominieren? Wie stellt man sich heute als Arbeitnehmer darauf ein?
Die Frage wird immer wieder gestellt, da häufig die Vorstellung dominiert, dass nur Informatiker Software entwickeln und Elektroingenieure nicht. Dabei ist die Informatik und Software-Entwicklung schon seit Jahrzehnten Bestandteil der Lehrpläne in den Elektrotechnik-Studiengängen. Gerade in Bereichen wie autonomes Fahren oder digitale Fabrik, wo auch künstliche Intelligenz mit hineinspielt, ist Systemverständnis eine ganz wichtige Anforderung und bei der Entwicklung von technischen Systemen eminent wichtig. Wir hören aus der Industrie, dass die Elektroingenieure die Informatiker wieder verdrängen, da den Informatikern dieses Verständnis für technische Systeme fehlt, im Gegensatz zu den E-Technikern, die dieses technisches Systemverständnis im Elektrotechnik-Studium als wesentlichen Aspekt gelehrt bekommen.

Investieren Arbeitgeber genug in die Weiterbildung ihrer älteren Ingenieure, damit diese auf der Höhe der Zeit bleiben?
Arbeitgeber werden immer mehr in die Weiterbildung ihrer älteren Ingenieure investieren müssen, um diese möglichst lange im Unternehmen zu halten. Uns fehlen in den kommenden Jahren pro Jahr zwischen 3000 und 4000 Absolventen in der Elektrotechnik, um die demografiebedingten Lücken in den Unternehmen zu schließen. Ziel der Unternehmen kann und sollte es daher sein, ältere Ingenieure möglichst lange im Unternehmen zu halten, um die Lücke möglichst gering zu halten. Und das kann gelingen, indem die Unternehmen ältere Ingenieure motivieren, länger zu bleiben. In Konsequenz bedeutet das, dass in die Weiterbildung älterer Elektroingenieure investiert werden muss.

Brauchen wir Studiengänge für Industrie 4.0? Wie viel Spezialisierung ist sinnvoll im Zeitalter immer komplexer werdender Projekte und Projektarbeit, wie viel Generalisierung ist nötig?
Wichtig ist eine gute und breite Basis. Studiengänge, die sich vom ersten Semester an auf ein Thema konzentrieren, erachten wir vom VDE als nicht sinnvoll, weil dort nie gelernt wird, über den Tellerrand hinauszuschauen. Die Grundlagen für das breite Thema Industrie 4.0 bzw. Digitalisierung werden im Elektrotechnik-Studium gelegt. All das, was benötigt wird, ist Bestandteil der Studiengänge: Programmierung, technisches Verständnis, Systemverständnis etc.
Im Bachelor sollte die Spezialisierung erst möglichst spät erfolgen, dort erarbeiten sich die Studenten ihr Grundlagenwissen in der Elektrotechnik und die Methoden, sich in neue Themen systematisch einzuarbeiten. Die Spezialisierung erfolgt später ‚on the Job‘ bzw. im Masterstudium oder durch gezielte Weiterbildungen. Das Masterstudium dient dazu, sich auf ein Thema zu fokussieren und sich Detailwissen anzueignen.

Wird Deutschland weiterhin vorne mitspielen? Thomas Sattelberger forderte gerade leidenschaftlich eine Bundes-Innovationsagentur. Haben wir genug Angebot an den Hochschulen zu Innovation und Gründertum?
Uns beschäftigt die Frage zu Innovation und Gründertum im VDE-Ausschuss „Studium, Beruf und Gesellschaft“ regelmäßig. Was wir dabei immer wieder feststellen, ist, dass die Angebote an den Hochschulen vorhanden sind. Die entscheidende Frage ist, wie wird es gelebt, werden die Angebote an die Studierenden weitergegeben, ist es unter den Studierenden bekannt, welche Programme es für Gründer gibt und wo sie sich dazu informieren können. Ganz wichtig dabei ist die Frage, ob ein „Gründerklima“ an der jeweiligen Hochschule herrscht, denn Gründer ziehen Gründer an, das zeigt das Beispiel Silicon Valley.
Viele innovative Gründer scheitern an der Finanzierung, obwohl es genügend Töpfe gibt; diese scheinen oftmals nicht bekannt zu sein. Hinzu kommt, dass der Anteil der selbstständigen Ingenieure in den letzten Jahren abgenommen hat; ein Grund dafür ist die sehr gute Arbeitsmarktlage. Absolventen haben ja oftmals schon vor Abgabe ihrer Abschlussarbeiten lukrative Arbeitsverträge in der Tasche. Damit entscheiden sie sich mehrheitlich gegen das Gründen und für die „sichere“ Anstellung.
Den Ingenieuren ist in den letzten Jahrzehnten die Gründungskultur abhandengekommen und es gibt zu wenig Positiv-Beispiele, die in der Öffentlichkeit bekannt sind. Ich verweise hier mal auf die Kategorie „Pioniere&Innovatoren“ bei den Markt&Technik-„Managern des Jahres“: Wer kennt die ausgezeichneten Gründer außerhalb der Branche und Ortschaft der Unternehmenssitze?

Die Fragen stellte Corinne Schindlbeck.

Quelle: Markt&Technik, Nr.27/2018 (Die Zukunft der Ingenieursarbeit »­Elektroingenieure verdrängen ­Informatiker wieder«)

Es ist selbstverständlich, dass Elektroingenieure neben Informatikern die Gestalter und Treiber der Digitalisierung sind.

Wo steht die Elektrotechnikbranche aktuell, welche Trends prägen sie und welche Chancen haben Elektrotechniker und – ingenieure auf dem Arbeitsmarkt beim Berufseinstieg? – Das und mehr haben wir Thomas Hegger vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) gefragt.“

WELCHE TRENDS PRÄGEN AKTUELL DIE ELEKTROTECHNIKBRANCHE?

Das sind momentan vor allem die Digitalisierung und die Mobilität. Bei ersterer ist insbesondere die Fabrikautomation bestimmend. Nach vielen Ideen und Schlagwörtern in den vergangenen Jahren sind die Unternehmen jetzt dabei, die Digitalisierung mit Leben und Anwendungen zu füllen. Künstliche Intelligenz (KI) wird zukünftig als Bestandteil der Digitalisierung mehr Bedeutung erlangen – aber eher ein Thema der Informatiker und Big Data-Analysten sein. Denn es geht dabei um die Auswertung und Analyse von Daten, die die Sensoren der Maschinen und Anlagen bereitstellen. Zum Bereich der Mobilität gehört das autonome Fahren, hier spielt für Elektroingenieure unter anderem die Entwicklung der Hardware, Software und Sensorik, die es Fahrzeugen ermöglicht zu ›sehen‹, eine Rolle. Der andere wichtige Bereich ist die Elektromobilität, wie beispielsweise Batterieladetechnologie, elektrische Antriebe – also Leistungselektronik und E-Motoren – und die Ladeinfrastruktur.

WIE WIRKEN SICH DIESE TRENDS AUF DEN ARBEITSMARKT FÜR ANGEHENDE ELEKTROINGENIEURE AUS?

Der seit einigen Jahren bereits sehr arbeitnehmerfreundliche Arbeitsmarkt wird sich noch weiter zugunsten der E-Ingenieure verschieben. Neben neuen Aufgabengebieten und Stellen in der elektrotechnischen Industrie werden sich weitere Aufgabenfelder im Maschinen- und Anlagenbau im Rahmen der Industrie 4.0 und in der Fahrzeugindustrie für Elektrotechniker ergeben. Gerade in den letzten Jahren haben diese beiden Branchen vermehrt Ingenieure der Elektrotechnik eingestellt.

WIE KÖNNEN ELEKTROINGENIEURE DIE DIGITALISIERUNG VORANTREIBEN?

Elektroingenieure sind neben Informatikern die Gestalter und Treiber der Digitalisierung. Sie bringen beispielsweise Know-How in der Informationstechnik, der Softwareentwicklung und der Sensorik mit. Insbesondere wenn es um Systemwissen geht, sind sie unschlagbar.

IN WELCHEN BEREICHEN KÖNNEN ABSOLVENTEN DER ELEKTROTECHNIK TÄTIG WERDEN?

Elektroingenieure sind heute in allen Branchen tätig: Neben der Elektroindustrie vor allem auch im Maschinenbau – zudem bieten sich Chancen im Dienstleistungsbereich, zum Beispiel bei Versicherungen, Banken und Unternehmensberatungen.

WAS RATEN SIE STUDIERENDEN, UM BEI SO VIELEN MÖGLICHKEITEN DEN RICHTIGEN BERUFSWEG FÜR SICH ZU FINDEN?

Studierende sollten im Studium ihren Neigungen folgen und das tun, was ihnen Spaß macht und sie motiviert. Den wenigsten Studierenden wird dies am Anfang des Studiums bewusst sein. Von daher sollten sie versuchen, in möglichst viele Themengebiete hineinzuschnuppern – sei es über Vorlesungen, Praktika oder Praxissemester. Grundsätzlich empfiehlt der VDE, das Bachelorstudium breit anzulegen, um möglichst viele Bereiche der Elektrotechnik kennenzulernen und sich ein weites Basiswissen anzulegen. Im Masterstudium sollte dann die Spezialisierung auf die Fachrichtung erfolgen, in der sich die Studierenden wiederfinden. Wird die angestrebte Spezialisierung nicht an der bisherigen Hochschule angeboten, bietet sich ein Wechsel an.

WELCHE QUALIFIKATIONEN SIND FÜR EINEN REIBUNGSLOSEN BERUFSSTART NÖTIG?

Zunächst ist ein breites Fach- und Methodenwissen von Vorteil: Zum Beispiel ›Wie geht ingenieurmäßiges Arbeiten?‹, ›Was sind wissenschaftliche Methoden?‹, ›Wie analysiere ich ein Problem und entwickle Lösungen?‹. Je mehr Projekte Studierende im Studium gemacht haben, desto besser. Idealerweise entspricht die im Studium gewählte Vertiefungsrichtung dem technischen Gebiet, in dem der Absolvent eingesetzt wird.

WIE WICHTIG SIND SOFT SKILLS FÜR DEN EINSTIEG?

Beim Einstieg ist vor allem Offenheit für Neues nötig. Wer kommunikative Schwächen hat, sollte unbedingt daran arbeiten. Leistungsbereitschaft ist ebenfalls wichtig, diese bringen die Absolventen aber automatisch aus dem Studium mit.

Interview aus der aud!max Juli – August 2018 von Sabine Storch mit Thomas Hegger (Stellvertretender Vorsitzender des VDE-Ausschusses <Studium, Beruf und Gesellschaft> und Gesellschafter der Hegger Riemann & Partner Personalberatung in Berlin)

 

Auswirkung der Digitalisierung auf die Arbeitswelt von Elektroingenieuren

Bis 2025 wird Deutschland digital, das glauben 64 Prozent der VDE-Mitgliedsunternehmen. Damit ändert sich auch die Arbeitswelt von Ingenieuren der Elektro- und Informationstechnik radikal. Vor allem mit Industrie 4.0 werden sich ihre Aufgabenbereiche und Kompetenzfelder deutlich wandeln. Einerseits ersetzt Software standardisierte Aufgaben, andererseits werden neue Aufgaben entstehen, die ein hohes Maß an Systemverständnis, soziale Kompetenz und Kreativität verlangen. So werden Berufsgruppen aus qualifizierten Experten und technischen Spezialisten entstehen mit einem deutlich höheren Qualifikationsniveau als heute. „Die Innovationsdynamik und Entwicklungsprozesse werden sich immer mehr beschleunigen. Für Ingenieure bedeutet das im Umkehrschluss, dass sie ihre Problemerkennungs- und Problemlösungskompetenz immer weiter entwickeln müssen. Ihre Weiterbildung wird immer individueller und ihr arbeitsintegriertes Lernen wird anhand aktueller realer Arbeitsinhalte stattfinden, „on the job“, erklärt Thomas Hegger, Berufsexperte im VDE.

Weiterbildung: Hochschulen in der Pflicht

Auch das Studium und die wissenschaftliche Weiterbildung in der Elektro- und Informationstechnik an Hochschulen werden sich in den nächsten Jahren radikal ändern. Das Bachelor-Studium sollte aus Sicht des VDE-Ausschusses Studium, Beruf und Gesellschaft ein fundiertes Basiswissen vermitteln. Dabei sollten die Studierenden ein fächer- und prozessübergreifendes Systemverständnis entwickeln. Erst im Rahmen von Masterangeboten oder Promotion sollte die Spezialisierung erfolgen oder im Rahmen der betrieblichen und wissenschaftlichen Weiterbildung vertieft werden. „Nicht nur die Studierenden und die Ingenieure müssen sich wandeln, auch die Hochschulen müssen ihr Selbstverständnis anpassen und die wissenschaftliche Weiterbildung als Hochschulaufgabe etablieren. Für die Hochschulen bedeutet dies eine große Chance, den Prozess des lebenslangen Lernens noch mehr zu unterstützen“, fordert Hegger. Zukünftig würden Industrie und Hochschulen auf allen Ebenen der Arbeitswelt eng verzahnt, um aktuellste wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden zu transportieren.

Mit der Digitalisierung werden Berufsgruppen aus qualifizierten Experten und technischen Spezialisten entstehen mit einem deutlich höheren Qualifikationsniveau als heute.

Bedeutung und Chancen für die wissenschaftliche Aus- und Weiterbildung in der Digitalisierung am Beispiel Industrie 4.0

Ingenieure aus Südeuropa

Der BDU zeigt mit seinem Think Tank “Ingenieure aus Spanien für den deutschen Arbeitsmarkt” Wege auf den Fachkräftemangel im Mittelstand entgegenzuwirken.

Der Think Tank, bestehend aus erfahrenen Personalberatern, die Erfahrung in der Besetzung von Positionen mit Engineering Hintergrund und internationalen Bezug haben, zeigt in dem Papier Chancen und Risiken bei der Rekruitierung von Fachkräften für den Mittelstand auf. Es werden Empfehlungen gegeben, die die Integration der neuen Mitarbeiter erleichtern, um diese am Unternehmen zu binden. Gerade die langfristige Bindung der Mitarbeiter ist ein entscheidendes Erfolgs- und Wachstumskriterium für den Mittelstand, um im internationalen Wettbewerb dauerhaft erfolgreich zu sein.

Die genannten Empfehlungen werden am Beispiel Spaniens gegeben. Diese können auf alle süd- und südosteuropäischen EU Länder übertragen werden.

Ingenieure aus Spanien für den deutschen Arbeitsmarkt

Frauen vs. Männer – Gehaltsunterschied?

Die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern sind sehr gering, wenn gleiche Jobs und Berufserfahrungen miteinander verglichen werden, dies geht aus einer repräsentative Studie hervor.
Männer verdienen nicht viel mehr – sie haben die besseren Jobs

Insbesondere im Engineering und IT Umfeld können wir diese Aussage bestätigen. Die Gehaltsunterschiede innerhalb der Unternehmen bei vergleichbaren Jobprofilen hängen vom Verhandlungsgeschick bei der Einstellung und bei den jährlichen Gehaltsrunden ab. Frauen und Männer werden in Spezialisten- und Führungspositionen nach unserer Einschätzung bei der Gehaltsfrage in Unternehmen gleichbehandelt. Es zählt die Qualifikation und Erfahrung und nicht das Geschlecht.
Einen viel größeren Einfluß auf die Gehältern haben die Branchenzugehörigkeit, die Unternehmensgröße und die Region.